Um 06:00 aufgewacht, es schaukelt noch immer… also wieder
ins Bett, der Wecker geht erst um 07:45 für’s Frühstück im Bottichelli.
Um 07:00 wieder aufgewacht und es rumpelt ab und zu recht ordentlich und der Weg aufs Klo ist irgendwie nicht mehr gerade. Ich hab doch keinen Alkohol gehabt, also echt… wieder zurück mach ich doch den Webcam-& Navigationsdatenkanal an und was zeigt’s? Na ja, zwischendurch Wind Stärke 7 und auch einmal Stärke 8 (75,5km/h Wind), allerdings hab ich da die Kamera nicht parat gehabt. Immer wieder in regelmässigem Abstand rauscht der Schiffsbug in einen Wellenkamm rein und der „Kahn“ erzittert den ganzen Weg durch bis hinten ans Heck.
Auffallend ist, dass das Schiff „nur“ stampft, nicht rollt. Der Wind kommt also nur von vorne, was die Fahrt doch etwas gleichmässiger und ruhiger werden lässt, als z.B. die Fahrt mit der Queen Mary 2 von Quebec nach New York. Auch ist die Stärke nicht vergleichbar, denn Wenn’s mal Stärke 11 anzeigt, dann ist für wirklich viele Schluss mit Lustig. Noch stehen sämtliche Sachen bei uns in der Kabine an Ort und Stelle und wir sind erstaunt, dass sogar die Sektgläser noch nicht umgefallen sind.
Ich entscheide mich, die Dusche zu nutzen. Durch den Seegang
fliesst das Wasser nicht gleichmässig ab, das wär ein imposantes Videofilmchen
mit Wellengang in der Duschwanne, aber das mach ich jetzt doch nicht, denn
sonst ist das Bad geflutet, wenn ich die Türe zur Duschkabine auf mache.
Unser Cabin Steward leidet arg, armer Kerl. Als wir vom
Frühstück zurück kommen, macht jemand anders seine Arbeit weiter. Also konnte
er nicht mehr.
Beim Frühstück sind die Kellner zum Teil leicht „grau“, aber
einige haben den Humor noch nicht (ganz) verloren. Auch gut. Wir bekommen in
jedem Fall unser Essen und müssen nicht am Hungertuch nagen.
Wir holen unsere Cocktail-Fotos ab und entschliessen uns für
das vom Wiederholer-Cocktail (mit dem Kapitän seiner Unterschrift – das Foto
ist gratis, wegen Club usw.) und dem Paket aus 3 Bildern, wo das Labor auch
ordentlich Handarbeit leisten musste, dass mein grünes Kleid aufgrund der
„Greenbox-Technologie“ nicht wieder „Hintergrundlöcher“ aufweist. Allerdings
hab ich halt jetzt eine etwas „glatte“ Lockenpracht auf dem Kopf…
Zwischenhalt in der Kabine, Fotos versorgen, Filmsequenzen
von Thomas‘ Kamera auf meinen Laptop runterladen und mal schauen, wie die
geworden sind, ein bissel ruhen, Nachrichten schauen und dann geht’s wieder ab
zum „Mittagessen“, denn schliesslich ist’s bis 21:00 doch etwas lang…
Das Mittagessen (wir sind erst gegen 14:00 im Giardino Buffetrestaurant) ist sehr rege besucht und das Sitzplatzerhaschen ist trotz so später Stunde schon noch mit einigem Suchen verbunden. Wir bekommen im hinteren Bereich einen Platz und stellen fest: trotz 2 Deck tiefer als unsere Kabine und nicht vorn, sondern hinten, ist es hier einiges schlimmer was die Schaukelei angeht, denn sämtliche Wellen, in die der Bug rein kracht, werden mehrfach als Schwingung zum Heck weitergeleitet und ergeben somit ein richtiges „Schwänzeln“ vom Heck und stampfen tut das Schiff trotzdem noch. Das macht die Arbeit der Getränkekellner und der Abräumkräfte nicht wirklich leichter.
Langsam kommt tatsächlich die Sonne raus! Aber Schaukeln
kann das Schiff trotzdem noch…
Für den Rückweg entschliessen wir uns, dass Thomas an den
Internetpoint zum Surfen geht und ich in die Kabine zum Blog Weiterschreiben.
Allerdings mach ich noch einen Umweg über Deck 9, um zu schauen, was die Bijoux
Terner-Aktion so anbietet… Bis ich in der Kabine bin, steht Thomas bereits an
der Espressomaschine und hat grad die zweite Tasse raus gelassen. Ich war
leicht erstaunt, aber es waren wohl zwei Terminals besetzt und das Dritte ist
noch kaputt (das hatten wir am Vorabend bei der Rezeption gemeldet). Also nix
mit surfen. Vielleicht dann später nach der Teatime mit dem Tablet bewaffnet,
denn damit geht’s dort auch, nur in der Kabine geht’s nicht. Obwohl das
Smartphone die Mails abrufen kann… und mein Laptop ja auch. Na ja, Technik die
begeistert…
Nach 16:00 machen wir uns auf den Weg ins Giardino – nachdem
wir einen Platz zum Sitzen gefunden und uns erst mal mit „Proviant“ versorgt
haben, probiert’s Thomas mit dem Tablet nochmal und kommt so schnell ins Netz,
dass es fast an ein Wunder grenzt.
Also ist bei uns in der Kabine das Signal
einfach nicht stark genug. Na ja, immer ein bissel schlauer wird man schon. In
den öffentlichen Bereichen ist wohl die stärkste Signalabdeckung, wie’s
scheint. Aber eben, wer will schon in aller Öffentlichkeit die Mails alle
öffnen, oder mal auf der Bank nachschauen, was die Finanzen machen? Na ja.
Wir verkrümeln uns dann, nachdem der grosse Strom
nachgelassen und die Kellner alles weggeräumt haben, in den vorderen Bereich
vom Giarndino, da im Heck abgesperrt und für’s Abendessen gedeckt wird. Dort
kommt man dann übrigens nur noch gegen Nennung der Kabinennummer rein! Es ist
zwar keine Reservierung nötig, und feste Tischzeiten gibt’s auch nicht (offene
Sitzung), aber eben. Kontrolle hat’s trotzdem. Vorne haben wir auch zwei Tische
mit Steckdosen unten in der Wand gefunden, so hat jeder seine Stromzufuhr für’s
Tablet und Thomas kann in Ruhe weiter surfen und ich meine Spiele ausgiebig
spielen (Jewels).
Gegen 19:30 verziehen wir uns wieder in die Kabine, weil
draussen noch schöne Sonne ist uns wir mal sehen wollen, was so die Dünung grad
macht, bzw. sich anfühlt, wenn wir auf dem Balkon auf Deck 12 stehen. Es ist
zwar deutlich weniger geworden, als noch heute Vormittag, aber können tut’s der
Wind und die Wellen trotzdem noch und in Zusammenspiel mit der Sonneneinstrahlung
ist es ein wahrer Traum, von oben ins Wasser runter zu schauen, wenn der Bug
die Wellen teilt, bzw. mitten rein rauscht… Hab auch
noch ein kleines Video mit der Kamera gemacht. http://youtu.be/3jWQAFL7mfU Da macht’s auch gar nichts, dass
3-Wetter-Taft die Haare mal wieder nirgends dort behält, wo sie hin gehören…
Mit herrlich durchlüftetem Kopf setze ich mich für noch ein
paar Zeilen im Blog an den Laptop und geniesse währenddessen auch den Blick
nach draussen.
Für 21:00 geht’s dann wieder ins Botticelli zum Abendessen.
Das war wieder lecker! Ausserdem ist heute “Tropical night”
angesagt, und eigentlich ein paar Kellner, die auf dem Tisch tanzen, nur
irgendwie waren die im Hauptsaal ein bissel arg später dran, wir haben bis
22:15 gewartet, aber da war nichts und zudem sind auch schon Leute aus dem Saal
raus gegangen und von den vorräumen (wo wir auch sitzen) sind auch schon einige
weg. Ich meinte nur zu Andy und Donald, dass es kein Problem sei, wir haben die
Show auf verschiedenen Schiffen auf Video (Classica & Luminosa), so entgeht
uns nicht wirklich was. Sie versprachen, dass aber morgen italienische Nacht
sei, und da wird getanzt! (Die armen Kellner müssen sich mit den Damen der
Gäste je eine Runde die Ehre geben). Kennen wir auch, aber ich glaub, ich
erspare Donald den Aufwand… mal sehen. Ist allerdings immer lustig – weniger
für die Kellner, eher für die Gäste natürlich.
Thomas und ich sind dann in Richtung Bar Cabaret Vienna für
unseren Gute-Nacht-Trunk. Unsere “Grönland”-Bedienung hat diesmal Dienst und
freut sich, uns wiederzusehen. Als ich frag, wie sie heute überlebt hat, lacht
ihre Kollegin und sie selbst schaut nur vorsichtig: well, “I survived” – zwar
ohne Pillen, aber eben so grad… die Arme, aber sie war nicht die Einzige. Mir
scheint, dass diesmal mehr Personal zu kämpfen hatte, als Gäste. Na ja. Kommt
halt auch immer drauf an, wie der Körper grad “beieinander” ist
Schön war auch, dass eine Mitreisende, die beim
Empfangscocktail neben mir sass, zu uns kam und bat, ob sie nicht meine Tasche
fotografieren dürfte – sie war an dem Abend schon so von dem Teil begeistert…
Ein HOCH auf meine Schwester aus Zypern! Ich hab das gute Stück (die Tasche,
nicht die Schwester) nett positioniert, dass kein unpassender Hintergrund stört
und die Dame konnte in Ruhe das Teil (die Tasche) ablichten. Sie ist ganz
glücklich von Dannen gezogen und ich hab die Schnecke (die Tasche) wieder zu
mir auf den Tisch gestellt. Ist ja toll, dass die so viel Anklang findet.
So, morgen ist Bergen angesagt, wir haben keinen Ausflug gebucht, da wir jetzt bereits das dritte Mal da sein werden und weil Costa ja die Umroutung so gelegt hat, dass für Bergen diesmal ein ganzer Tag zur Verfügung steht, können wir uns auch für das, was wir vor haben, anzuschauen, richtig schön Zeit lassen. Früh aufstehen müssen wir deswegen aber trotzdem.
Ausserdem hab ich noch vor, beim Touroffice im Schiff vorbei
zu gehen, um ggf. einen Stadtplan für Stavanger zu bekommen. Da wir das nicht
wussten, konnten wir uns nicht entsprechend vorbereiten.
Dass nach Stavanger nur noch ein Seetag folgen soll, bevor
die Reise in Amsterdam endet, daran mag ich jetzt erst mal gar nicht denken,
denn irgendwie ist das noch nicht genug mit den Ferien…
In diesem Sinne lassen wir uns noch eine Nacht – diesmal
sanft – verschaukeln….